Was sind die Jeux Dramatiques?
Le Jeu (ʒøSchö) Spiel - Les Jeux Spiele - Dramatiques (dʀamatik) Schauspiel
Die Jeux Dramatiques sind eine Theatermethode, die in verschiedenen Bereichen der Pädagogik, der Erwachsenenbildung und der Kunst zu finden ist. Charakteristisch dabei ist, dass ohne Sprache und mit Einsatz von Mimik und Gestik gespielt wird. Im Mittelpunkt stehen das eigene Erleben, sowie die Freude am gemeinsamen Spiel in der Gruppe. Ohne Leistungszwang werden Gestaltungskraft, Fantasie, soziales Lernen, Lebensfreude und Ausdrucksfähigkeit gefördert.
Der Theaterpädagoge Leon Chancerel entwickelte diese Methode in den 1930ern ursprünglich für Kinder und Jugendliche. Er folgte dabei dem damaligen Trend weg von dem Präsentieren einstudierter Rollen hin zum Begleiten des Spielenden bei der Arbeit an ihren Rollen.
Im Deutschen hat sich die Bezeichnung "Ausdrucksspiel aus dem Erleben" etabliert. Diese soll die lustbetonte Bewegung von Körper, Geist und Seele im Spiel in Worte fassen.
Die Methode in der Praxis
- Spielanregungen und Impulse können Bilder, Texte, Musik oder auch unterschiedlichste Materialien wie z.B. Steine sein.
- Klare und einfache Spielregeln geben dem Spiel einen Rahmen.
- Die Spielenden wählen ihre Rollen selbst.
- Tüchern und einfache Requisiten dienen der Verkleidung und Gestaltung der Spielplätze.
- Spielwünsche werden zu Beginn des Spiels formuliert.
- Das Spiel beginnt und endet mit einem Gong.
- Gespielt wird gleichzeitig und ohne Alltagssprache.
- Die Teilnehmenden spielen, wie es ihrem momentanen Erleben in der gewählten Rolle entspricht.
- Das Spiel kann sprachlich oder auch musikalisch von der Spielleitung begleitet werden.
- Nach dem Schlussgong gibt es die Möglichkeit, vom eigenen Erleben zu erzählen. Dieser bewertungsfreie Austausch in der Gruppe rundet das Spiel ab.